Tai chi chuan

Meine Begegnung mit dem Tai chi chuan und Grundsätzliches zum Thema

Abseits der Pfade von Leisten und Siegen gibt es auch andere Optionen für Bewegung. Viele Jahre in meinem Leben habe ich damit verbracht die Kunst einer effizienten Selbstverteidigung zu lernen und zu praktizieren.
Geräteturnen, Leichtathletik, Rudern uam. Alles ist mit einem gewissen Aufwand an Kraft und einer gehörigen Portion Leistungswillen verbunden um ein, wie immer geartetes Ziel, zu erreichen. „Ohne Fleiß kein Preis“, war das Motto meiner sportlichen Laufbahn. Mit einer großen Begeisterung errang ich viele Ziele auf einem anstrengenden und bewegungsorientierten Weg. Diese Begeisterung für leistungsorientierte Bewegung wurde schwächer, in dem Maß, in dem das Interesse für das Tai chi und die Körperwahrnehmung zunahm. Liegt dieser Art der Meditation in Bewegung auch eine Kunst des Kämpfens zugrunde, so sind jedoch die Vorzeichen vollkommen verändert.
„Du tust was du denkst und denkst was du tust“ lautete ein neuer Vorsatz. Das war eine Handlungsanweisung, die ich bisher nicht kannte“

Sonntags früh im Park

War doch mein bisheriges Bewegungsleben immer mit Leistung, Kraft und Ausdauer verbunden, ging es hier um andere Attribute. Langsamkeit, Atmung, ein Höchstmaß an Koordination und eine ausgeprägte Wahrnehmung von Spannung und Entspannung.
Die harte Art sich zu bewegen wie es in der Selbstverteidigung der Fall ist, verliert, obwohl viele der Bewegungen sowohl im Tai chi wie auch im Karate ziemlich ähnlich sind, an Bedeutung. Alle Systeme haben jedoch eines gemeinsam, die Bewegung muss aus der Körpermitte heraus geführt werden. Diese Voraussetzung wird in der Funktion der Bewegung durch den Erfolg einer Aktion zwar vorausgesetzt, wird jedoch überwiegend beim Trainieren nicht thematisiert. Anders beim Tai chi. Jede Bewegung hat ihren Ursprung im unteren „Dantian“ (der energetische Mittelpunkt des Körpers, Sitz des Qi). Da alle Bewegungen mit einem großen Maß an Ruhe, Aufmerksamkeit und Selbstwahrnehmung geübt werden, ist es gerade dieser Punkt dem so ein Höchstmaß an Bedeutung bewusst und konsequent zugemessen werden muss.
Der Ursprung des Tai chi wird im Daoismus ca. 400 Jahre v. Chr. vermutet. Als eine Kampfkunst entwickelt, wurde diese Art des Kämpfens in den Jahrhunderten zu dem entwickelt was es heute ist:
Eine Meditation in Bewegung unter der Berücksichtigung von Yin und Yang.
Immer schon war ich auf der Suche nach Möglichkeiten der Bewegung. Ich habe viel probiert und bin lange Zeit mit einigen Möglichkeiten verbunden geblieben.
Durch Zufall entdeckte ich vor ca. 30 Jahren das Tai chi. Nach einigen Kursen bei unterschiedlichen Lehrern gelangte ich zu dem Entschluss die Ausbildung zum Lehrer für Tai chi chuan und Qi gong zu absolvieren. Ich lernte Prof. Dr. Klaus Mögling kennen. Das war die erste Station.

Die „Historisch ökologische Bildungsstätte“ in Papenburg war ein toller Ort für ein entspanntes Wochenende. Weitere Veranstalungen folgen.

Eine weitere Station waren Christel Proksch und ihr Netzwerk.
Viele weitere Stationen haben meinen Werdegang ergänzt.
Der Einstieg Wir beginnen nicht mit dem Versuch die Zeilen von Laotse zu interpretieren und auch nicht damit den Sinn des Daoismus zu ergründen. Spaß daran zu wecken sich in der Bewegung, und mit der Bewegung zu entspannen, das ist mein Ansatz zum Beginn des Einstiegs der Übenden in eine atemberaubende Welt der bewussten Bewegung.

Du tust was du denkst – und denkst was du tust.